Über mich

Spezialist oder Allrounder? Restaurator oder Handwerker?

Handwerk stellt her und erhält

In der Denkmalpflege ist dieser Zusammenhang von Erstellen und Erhalten noch von großer Bedeutung. Traditionell war beides die Aufgabe ein und desselben Handwerkers, während dies heute vielmals durch Spezialisierung entkoppelt wird. Nicht so im Kirchenmalerhandwerk. Kirchenmaler sind nicht nur für Erhalt, Restaurierung und Reparatur von Denkmälern qualifiziert. Gerade die Fähigkeit, traditionelle und historische Techniken auch neu ausführen zu können, qualifiziert sie für Erhalt, Restaurierung und Reparatur.

Portrait von Kirchenmaler Weingartner
Portrait von Kirchenmaler Weingartner

Robert Weingartner, Kirchenmalermeister.

Mitarbeit in Bamberger Residenz, Würzburger Residenz, Münchner Theatinerkirche, uvm.

  • Mitarbeit in Stift St. Peter in Salzburg (Raumschale und Ausstattung)
  • Mitarbeit in der Wiener Hofburg, Sissi Museum (Vergoldung, Leimfarbenfassung) uvm.
  • Baustellenleitungen, z.B. im Inseldom auf Herrenchiemsee uvm.
  • Mitarbeit an der Teilrekonstruktion einer Jugendstil-Stuckdecke im Gabrieli-Gymnasium in Eichstätt
  • Arbeiten an regional typischen Fachwerk- und Jurahäusern uvm.

Qualifikationen

Qualifizierung beginnt im Handwerk bekanntlich mit der Ausbildung. Im Ausbildungsberuf Kirchenmaler steht der Umgang mit Denkmälern und historischen Objekten vom ersten Tag an im Fokus.

Die Neubauer Restaurierungswerkstätten GmbH in Bad Endorf, in denen ich meine Lehre absolvieren durfte, ist ein hochspezialisierter und angesehener Betrieb in Sachen Denkmalpflege. Hier arbeiten Kirchenmaler, Vergolder, Schreiner, Stuckateure, Bildhauer, Fotografen, Schlosser, akademische Restauratoren und Restauratoren i.H. Hand in Hand, um die zahlreichen Projekte
von sehr oft hohem Rang und Namen zu erhalten und in die Zukunft zu bringen.
Der Azubi profitiert vom Miteinander der verschiedenen Gewerke und erlangt dadurch ein breites Spektrum an Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten innerhalb der Spezialisierung Denkmalpflege. Zudem war es für mich natürlich toll, damals schon an Projekten wie der Bamberger Residenz, der Würzburger Residenz, der Theatinerkirche in München und vielen weiteren namhaften Projekten mitarbeiten zu dürfen. Am meisten profitiert habe ich jedoch von
dem hohen Maß an Verantwortung, das ich sehr früh schon übernehmen durfte, und welches Schritt für Schritt, auch während meiner Gesellenzeit noch, gesteigert wurde.

Nach der Gesellenprüfung habe ich vier Jahre als Kirchenmalergeselle gearbeitet. Drei davon bei der Firma Neubauer, auch als Baustellenleiter, z.B. an der Raumschale im ehemaligen Inseldom auf Herrenchiemsee. Ein weiteres Jahr habe ich bei der Firma Schieferdecker in Thalmäßing in Mittelfranken verbracht. Hier durfte ich weitere Erfahrungen sammeln, sowie Charakteristisches einer wunderschönen Region kennen lernen. Zum Beispiel die regional typischen Fachwerk- und Jurahäuser, welche es im heimischen Chiemgau nicht gibt. Aber auch handwerklich sehr interessante Tätigkeiten, wie z.B. Kalk löschen und Stuckziehen fallen in diese Zeit.

In meiner Gesellenzeit habe ich bereits meine nebenberufliche Selbstständigkeit mit meiner eigenen Vergolderwerkstatt gestartet. Hier habe ich Restaurierungsarbeiten an kleineren Ausstattungsgegenständen, Neugestaltungen und Vergoldungen ausgeführt.

Restaurierung bei der Denkmalpflege

An der Meisterschule für das Vergolderhandwerk in München habe ich 2023 den Meister im Kirchenmalerhandwerk erworben. Im einjährigen Meistervorbereitungskurs werden die traditionellen und historischen Techniken des Kirchenmalerhandwerks vertieft.Der Meisterbrief bescheinigt die erforderlichen betriebswirtschaftlichen, unternehmerischen Kompetenzen, derer es bedarf, um einen eigenen Handwerksbetrieb führen zu können und er befähigt, Lehrlinge auszubilden. Und er bescheinigt tiefes theoretisches Fachwissen und praktische Fertigkeiten.

Direkt nach der Meisterprüfung habe ich in die Wege geleitet, die Selbstständigkeit zu meinem Haupterwerb zu machen. Seit Anfang April 2024 nutze ich meine frisch renovierte Werkstatt nicht mehr nur für meine Aufträge, sondern auch als Büro, Ausstellungs- und Beratungsraum. Sie sind herzlich eingeladen, mich in meinem Laden in Bernau zu besuchen.

Die Fortbildung zum Restaurator im Handwerk ist ein Abschluss der höchstmöglichen
Qualifizierungsstufe der beruflichen Bildung. Ich besuche diesen Kurs seit Oktober 2023. Das erste von zwei Modulen (Vollzeit von Anfang Oktober bis Ende Dezember 23) habe ich bereits erfolgreich abgeschlossen.

Das zweite Modul beginnt im September 2024.

Über den Beruf

Der Kirchenmaler - der Handwerker in der Denkmalpflege:

Was sind Denkmäler?

Denkmäler sind laut dem bayrischen Denkmalgesetz von 1973 von Menschen geschaffene „bauliche Anlagen oder Teile davon aus vergangener Zeit, (…) einschließlich dafür bestimmter historischer Ausstattungsstücke“, sofern „deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt.“ (BayDSchG Art.1 (1) und (2)) „Kunstwerke und Kulturgüter stiften Identität und geben uns einen lebendigen Einblick in die Vergangenheit.“ So steht es treffend formuliert auf der Website des Verbandes Deutscher Restauratoren VDR. Diese gilt es zu erhalten. Auch das Handwerk, und im Besonderen der Kirchenmaler leisten hierbei einen wichtigen Beitrag.

Spezialist für Denkmalpflege

Der Kirchenmaler führt eine nachweislich mindestens 600 jährige Berufstradition fort. Er bewahrt seine historischen Mal-, Fass- und Vergoldetechniken, welche als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt sind, vor dem Vergessen und hält diese lebendig. Es gibt sie also noch: Handwerker, die die selben Techniken anwenden können, wie die Handwerker, durch deren Hände Arbeit das Denkmal einst gebaut wurde. Das ist insbesondere bei Instandsetzungsmaßnahmen von größter Wichtigkeit, damit erforderliche Restaurierungsmaßnahmen der Qualität des Bestands gerecht werden. 

Die Kompetenzen des Kirchenmalers müssen hierbei weit über die handwerkliche Anwendung hinaus reichen. Werkstofftechnologische, handwerksgeschichtliche und technologische Aspekte sind stets mit zu berücksichtigen. Kaum eine Berufsgruppe im Handwerk ist von vorn herein dem historischen Objekt so verbunden wie die der Kirchenmaler. Denn sie ist spezialisiert auf die Arbeit am Denkmal. 

Das Berufsbild umfasst nicht nur das Wissen und Können historischer Ausführungstechniken und Materialien, sondern auch das Bewusstsein über die Verantwortung im Umgang mit den zu bearbeitenden Gebäuden und deren Ausstattungen. Die Spezialisierung auf bestimmte, eng eingegrenzte Fachbereiche schreitet auch im Malerhandwerk voran. Besonders im Neubau stehen Effizienz und das Einhalten von normierten Arbeitsprozessen und Ergebnissen im Vordergrund. Dabei gehen Wissen und Fertigkeiten um traditionelle Handwerkstechniken verloren. Der Kirchenmaler bewahrt diese. Er ist somit der Spezialist für historische Mal- und Fasstechniken, und darüber hinaus der Bewahrer eines immateriellen Kulturerbes. In der Denkmalpflege gibt es nicht die Standart-Reparatur für dieses oder jenes Problem. Hier sind eben jene Spezialisten gefragt. Der Handwerker muss einschätzen können, mit welchen Herangehensweisen die geforderte Zielsetzung erreicht wird, welche Maßnahmen der historischen Bausubstanz womöglich schaden würden, welche Alternativlösungen es gibt, wie der Charakter, der Charme, den ein altes Objekt ausmacht, erhalten oder bestmöglich wiederhergestellt werden kann. Diese Fragen und viele weitere, sind zu beachten, sie erfordern eine Menge Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen für das jeweilige individuelle Objekt. 

Das Individuelle, der Einzelfall, soll hier besonders hervorgehoben werden. Diesem Anspruch, dem denkmalgerechten Umgang bei einer handwerklichen Restaurierung situationsbedingt gerecht werden zu können, bedarf es einem großen Repertoire an Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Diese sind namentlich Kenntnis und Beherrschung der traditionellen Handwerkstechniken, sowie von modernen Materialien sowie die Verträglichkeit letzterer mit dem historischen Bestand. Man kann viel kaputt machen. Einmal verloren kann es nicht mehr ersetzt werden. 

DSCN2550 (1)
Fassmalerei

Interesse?

Kontaktieren Sie mich für eine persönliche Beratung!