Unsere Aufgaben in der Denkmalpflege
Restaurierung ist vielfältig, kein Objekt ist wie das andere.
Jedes Wissen, jede Erfahrung, jede Fertigkeit, auch über den vermeintlichen Tellerrand hinaus, kann zur lösungsorientierten Problembewältigung beitragen.

Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen in der Denkmalpflege
Instandhaltungs- und Instandsetzungs-maßnahmen in der Denkmalpflege
Kein Denkmal ist wie das andere. Je nach den Erfordernissen im Einzelfall, grundsätzlich aber mit viel Fingerspitzengefühl gehen wir unserer Arbeit nach. Konservieren, Restaurieren, Rekonstruieren – das sind drei der wichtigsten Grundbegriffe unseres Berufs. Diese und weitere möchten wir an dieser Stelle kurz vorstellen.
Unsere Leistungen
Die nachfolgend aufgeführten Tätigkeiten ermöglichen einen Überblick über das Betätigungsfeld von Kirchenmaler Weingartner. Als Handwerker sind wir dazu in der Lage, jene auszuführen. Zudem besitzen wir die erforderlichen Kenntnisse und die damit einhergehende erforderliche Sensibilität und Erfahrung um bestehende historische Oberflächen, die in diesen Techniken ausgeführt wurden, sach- und fachgerecht zu restaurieren oder zu konservieren.
Konservierung
Unter Konservierung versteht man laut DIN EN 15 898 alle Vorkehrungen und Maßnahmen, die auf die Bewahrung des Kulturerbes bei gleichzeitiger Respektierung der Bedeutung abzielen, einschließlich der Zugänglichkeit für gegenwärtige und zukünftige Generationen. Es wird unterschieden zwischen der stabilisierenden und der präventiven Konservierung.
Präventive Konservierung
Diese greift nicht in die Originalsubstanz ein. Mittels der Vorkehrungen und Maßnahmen der präventiven Konservierung soll künftiger Schaden, Abbau und Verlust originaler Substanz vermieden oder minimiert werden. Folglich wird auch invasiver Eingriff vorgebeugt.
Durch präventive Konservierungsmaßnahmen werden also geeignete Umgebungsbedingungen geschaffen und gesichert. Nachfolgend ein paar Beispiele:
- Festlegen geeigneter Umgebungsparameter
- Regelmäßige Zustandsveränderungen überprüfen
- Kontrolle von Klima, Licht, Schädlingen, Schadstoffen und Erschütterungen, man spricht hierbei auch von „Monitoring“
- Brandmeldeanlage, Alarmanlage
Stabilisierende Konservierung
Unter diesen Begriff fallen alle Maßnahmen, die direkt an einem Objekt vorgenommen werden, um weiteren Abbau zu verhindern oder zu verzögern und/oder um einen Schaden zu begrenzen. Beispiele:
- Festigung aufstehender Schollen
- Schädliche Oberflächenverschmutzung entfernen, also reinigen
Restaurierung
Der Begriff Restaurierung kommt aus dem Lateinischen und meint „Wiederherstellen“.
Er meint gemäß DIN EN 15 898 alle Maßnahmen an einem stabilen oder stabilisierten Objekt, die
darauf abzielen, dessen Wertschätzung, dessen Verständnis und/oder dessen Benutzung zu
erleichtern. Hierbei sind die Bedeutung des Objekts, die original angewandten Techniken und
Materialien zu respektieren.
In anderen Worten:
Das Restaurierungsobjekt, i.d.R. ein Denkmal, soll die ihm angemessene Wirkung zurück erhalten,
die noch vorhandene Substanz soll wieder zur Geltung gebracht werden. Die Aussage des
Objekts soll nach Form und Inhalt wieder anschaulich werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
das Alter sowie Altersspuren und Verwandlungen im Lauf der Geschichte zum Objekt gehören und
respektiert werden müssen. Auch die dem Objekt eigene Umgebung muss beachtet werden.
Unter Restaurierungsmaßnahmen fällt z.B. auch die Reduzierung entstellender Eingriffe und
Veränderungen aus der Vergangenheit.
Bei Ergänzungen und Retuschen dienen dazu, das Original wieder erlebbar, unter Umständen
auch wieder benutzbar zu machen. Es gilt der Grundsatz, nur so viel wie unbedingt notwendig in
die Originalsubstanz einzugreifen.
Rekonstruktion
Etwas rekonstruieren bedeutet, einen ursprünglichen, nicht mehr existierenden Zustand
wiederherzustellen. Je nach Situation sind die Ansprüche an eine Rekonstruktion verschieden.
Eine originalgetreue Rekonstruktion verlangt beispielsweise eine vorhergehende intensive
wissenschaftliche Recherche, das Verwenden gleicher Methoden und Materialien wie beim nicht
mehr existierenden Original, sowie u.U. das Wiederverwenden erhaltener Originalbauteile.
Bei der nachempfundenen Rekonstruktion ist die Datenlage der Quellenforschung gering. Oftmals
sind z.B. nur Pläne und Bilder der Außenansicht eines Gebäudes vorhanden, die Architektur im
Inneren sowie andere architektonische Details sind weitgehend nicht mehr nachvollziehbar.
In diesem Fall können vergleichbare Bauwerke oder Objekte zu Hilfe genommen werden.
Besonders im Historismus war diese Art der Rekonstruktion weit verbreitet. Prominente Beispiele
sind Schloss Hohenschwangau oder die Burg Hohenzollern.
Weitere Formen und nähere Erläuterungen der verschiedenen Möglichkeiten einer Rekonstruktion
sind auf der Website … sehr anschaulich beschrieben.
Eine Rekonstruktion ist grundsätzlich dann vertretbar, wenn sie notwendig ist für die Lesbarkeit
des Denkmals bzw. des Objekts, sowie wenn dadurch entscheidende Denkmalqualitäten
wiedergewonnen werden können.
Kopie
Eine Kopie ist eine Nachbildung eines Originals, dessen gegenwärtige Existenz die Voraussetzung
für die Erstellung einer Kopie darstellt. Andernfalls würde man von einer Rekonstruktion sprechen.
Sie soll detailgetreu, maßstabsgetreu, formgetreu und gegebenenfalls mit dem selben Material
ausgeführt werden.
Eine Möglichkeit aus meinem Leistungsspektrum, ein Objekt zu kopieren, ist das Erstellen einer
Silikonform, um damit Abgüsse vom Original herzustellen. Ob diese Methode im Einzelfall
geeignet ist, ist individuell zu beurteilen.
Ich beschreibe diese traditionelle Technik des Formenbaus, wie sie seit Jahrhunderten u.a. von
Stuckateuren und Vergoldern angewendet wurde – ursprünglich mit Leimformen statt mit Silikon –
an anderer Stelle.

Das Original neben seinem detailgetreuem Abguss aus Gips.
Reparatur
Reparieren bedeutet im denkmalpflegerischen Sinne, begrenzte Schäden in traditioneller Handwerkstechnik zu beheben. Hierbei sind artgleiches Material und (art-)gleiche Handwerkstechniken zu verwenden. Die Reparatur ist eine Maßnahme der Restaurierung und zugleich eine Kernaufgabe des restaurierenden Handwerkers. Als Beispiel kann eine Putzausbesserung von schadhaftem Putz aufgeführt werden.
Renovierung
Renovieren bedeutet, etwas wieder neu machen, erneuern. Im Bezug auf das Denkmal heißt das, das Erscheinungsbild dessen zu erneuern. Mit einher gehen kann der Ersatz von Teilen seiner historischen Substanz und/oder das Aufbringen einer neuen Außenschicht. Ein Überholungsanstrich zählt also zu den Maßnahmen der Renovierung. Ein solcher kann in manchen Fällen auch als Schutz für darunter liegende historische Schichten gelten. Des weiteren kann der Renovierungsanstrich gleichzeitig eine historische Fassung rekonstruieren.